Schlagwort-Archive: Politik und Soziales

Jeden Tag ein bisschen mehr verrückt im Kopf!

Jeden Tag ein bisschen mehr verrückt im Kopf

Die perfekte Manipulation von Meinungen ist ein Kernstück des herrschenden Gesellschaftssystems!

Es heißt ja, der Mensch sei ganz allgemein das intelligenteste Lebewesen auf Erden. Daran jedoch könnte man gelegentlich zweifeln, wenn man einen Blick darauf wirft, was die Menschheit mit der nur ihr gegebenen Intelligenz so anstellt.

Kein Lebewesen auf Erden hat die Umwelt, den gesamten Planeten so grundlegend verändert. Und nicht nur das! Besonders beunruhigend an dieser – angeblich von Gott verliehenen – Intelligenz ist, dass bei einem WEITER SO, gleich mal das gesamte Leben auf dieser einen Welt in Frage gestellt werden könnte.

Der Mensch hat sich zur Vernichtung der Welt aufgemacht und es scheint wohl seine einzige Mission zu sein!

So könnte man fast meinen. Hemmungslose Ausbeutung schwindender Rohstoffquellen, trotz Gelaber auf höchster Ebene weiter steigender CO2 Ausstoß, Atomkraft, die Zerstörung und Zerstückelung der natürlichen Umwelt – unter anderem durch riesige Staudammprojekte und Transporttrassen – Kriege um die uneingeschränkte Verfügbarkeit von immer knapper werden Ressourcen ….

Diese Liste ließe sich unendlich fortsetzen. Zu erwähnen wären da noch die besonders intelligenten Formen des menschlichen Zusammenlebens und das geniale Wirtschaftssystem, von dem alle diese Initiativen ausgehen. Die Medien und die Politik werden nicht müde es mit aller Macht – als das einzig Wahre – retten zu wollen.

Wie aber kann ein Wirtschaftssystem welches als einzigen Zweck das sichern von Profiten hat, einzig Wahr sein? Einem Gesellschaftssystem in dem am Ende nur durch die Anzahl von Nullen und Einsen auf Computern, über den gesellschaftlichen Einfluss von Einzelnen oder Personengruppen über die Gesamtgesellschaft entschieden wird. Ist es die Bestimmung des einzelnen Individuums sich als Abnehmer und vor allem als Erzeuger von Waren, einer immer weiter aus dem Ruder laufenden Konsumgesellschaft, zu sehen? Teil einer hemmungslosen Konsumgesellschaft, die immer größere Teile der Gesellschaft von dieser ausschließt und deren Existenz gar ganz in Frage stellt?

Demnach währe das einzig Wahre, wohl der Wahnsinn!

Aber es funktioniert! Es funktioniert weil … Weil der Mensch ein von Grund auf egoistisches Einzelwesen ist und jede Gelegenheit nutzt, um sich andere Menschen zum eigenen Vorteil nutzbar zu machen? Weil Menschen immer alles besitzen wollen, was sie nicht haben und es gleichzeitig anderen missgönnen? …

Woher haben wir diese Denkensweise eigentlich? Niemand wird doch mit diesem Scheinwissen geboren. Ist uns diese Konkurrenz um Dinge, Positionen usw. neben dem Überlebensinstinkt, in die Gene geschrieben? Oder ist es nicht so, dass unser Denken und Handeln von unserer Umwelt, in der wir uns tagtäglich bewegen, bestimmt wird?

Nur, wer bestimmt letztendlich darüber was unsere Umwelt und wir denken sollen?

Ist es nicht so, dass nur jene über die Meinung einer Gesellschaft herrschen, die auch die Mittel zu deren Manipulation besitzen? Woher kommt beispielsweise die weitverbreitete Meinung, dass die meisten Sozialhilfe- und HarztIV-Empfänger faul sind und keine Lust zum Arbeiten haben.

Sicher! Den ein oder anderen haben wir schon mal gesehen und kennen vielleicht sogar ein paar. Aber weder kennen wir die Millionen Schicksale die hierzulande damit verbunden sind, noch können wir uns letztlich eine Meinung über deren Leben erlauben. Oder haben wir uns wirklich mal die Mühe gemacht, uns selbst mit den Betroffenen zu unterhalten?

Dann würden vielleicht sogar die paar Beispiele, die wir tatsächlich kennen, in einem anderen Licht erscheinen. Kann es sein, dass der eine oder andere Mensch vor der Unmöglichkeit jemals ein menschwürdiges Leben führen zu können, kapituliert hat? Erscheint er uns nur deshalb so kaputt? Zerrt man medial diese Einzelbeispiele nicht deshalb tagtäglich hervor, um unserer Angst vor dem eigenen Abstieg Nahrung zu geben? Um uns letztlich gefügig zu machen? Gefügig für eine weitere Verschlechterung unserer eigenen Lebensbedingungen?

So funktionieren Medien! Tag für Tag impfen sie uns ein, dass diese sozial ausgegrenzten Menschen für ihr Schicksal selbst verantwortlich sind. Niemand jedoch, möchte Monat für Monat für einen Lohn arbeiten gehen, der so gering ist, dass er am Ende dennoch auf staatliche Leistungen angewiesen ist. In unserer eigenen Angst, es könne uns ebenso ergehen, muten wir dies aber genau den jeweils anderen zu.

Die Wahrheit bringt keine Quoten!

Der Mensch das intelligenteste Lebewesen auf Erden!? Er guckt zum Beispiel auch sogenannte „Reality Shows“, als gäbe es nicht genug wahre Realität ums uns herum. Diese haben jedoch nichts mit dem wahren Leben zu tun. Da werden dem Zuschauer die wildesten Stories geboten. Wenn man die darin vorkommenden Menschen in ihrem Elend sieht, kommt einem das eigene – mit allen Lasten und Opfern verbundene – Leben wie ein Paradies vor. Ehrlich gesagt, ich frage mich manchmal, ob es sich bei den dargestellten Menschen, nicht um ein paar verwirrte Schauspieler handelt, die für Geld einfach alles tun.

Obwohl ich in der Regel – wenn solch schmieriger Voyeurismus in der Klotze läuft – umschalte, kommt man an diesem Dreck einfach nicht mehr vorbei. Kaum vorstellbar, dass damit Sendezeit verschwendet wird. Und es taucht die Frage auf, ob wirklich den Gezeigten jegliche Intelligenz abhanden gekommen ist, oder ob es die sind die jenen dabei zusehen.

An wirklich realen Lebenssituationen scheinen die Medien nicht interessiert zu sein. Mich hat noch kein Fernsehsender angesprochen, damit ich denen mal von meiner beengten und bedrückenden Lebenssituation erzählen kann. Klar! Die Wahrheit bringt keine Quoten. Gesucht werden Menschen, die bereit sind alles zu tun und zu sagen, nur um für einige Minuten auf der Mattscheibe und damit im Gespräch zu sein. All das um einer gängigen Meinung – ebenfalls von Medien inszeniert – weitere Nahrung zu geben.

Da schreckt man nicht einmal davor zurück, jungen Mädchen eine Mitschuld an ihrer Vergewaltigung zuzuweisen!

Wer kennt sie nicht diese jungen Mädchen, die sich überaus attraktiv kleiden? Zum Anbeißen hübsch! Welcher Kerl könnte da nicht schwach werden! Sind die dann nicht selbst schuld, wenn man sie vergewaltigt? Sie hätten ja auch darauf verzichten können, sich als Person attraktiv zu finden.

Jeder weiß doch, dass wenn Frau so zur Diskothek geht, Frau auch mit notgeilen Typen rechnen muss. Die armen Vergewaltiger können einem ja geradezu leid tun, wenn man ihren pervertierten Sexualtrieb auf diese Weise provoziert. Diese jungen Dinger täten besser daran, sich unauffällig massekonform zu kleiden.

Wer nicht auffällt, dem passiert auch nichts. ALTE VOLKSWEISHEIT!

Scheiß doch auf das Recht eine eigene Persönlichkeit zu haben und sich so kleiden zu dürfen, wie man es will. In der Umkehrung der Schuldfrage sind die Medien Meister. Und sie finden mit solchen Manipulationen auch genug Menschen, die diese Meinung unhinterfragt nachplappern. Dabei ganz ausblendend, dass man ja selbst das ein oder andere Mal zu gefallen versucht hat. Nur gut, dass da nicht gerade ein armer – ebenfalls von dieser Gesellschaft hervorgebrachter – Sexhungriger im Gebüsch versteckt war. Was wäre das für eine Gesellschaft, in der alle darum bemüht sind, noch unauffälliger herumzulaufen als alle anderen?

Doch auch vor dem Einimpfen von Nationalismus, Rassismus und Kriegstreiberei schrecken Medien, Politiker und selbsternannte Experten nicht zurück.

Im sogenannten Jugoslawienkrieg, war bald jedem klar wer daran die Schuld trug. Fantastisch eine so einige Nation zu erleben. Selbst Grüne Politiker entdeckten da eine geschichtliche Verantwortung Deutschlands und SPD Politiker sprachen von Massengräbern, die sich im nachhinein als Luftnummern erwiesen und stellten unsinnige geschichtliche Vergleiche an. Die wenigen, die sich nicht unhinterfragt für die richtige Seite der Bürgerkriegsparteien entscheiden wollten und auf beiden Seiten Menschenrechtsverletzungen ausmachten, wurden zu Unbelehrbaren, zu Uneinsichtigen, die dem Unrecht tatenlos zusehen wollten.

Es war dann auch folgerichtig das FDP-Genscher in die Region reiste und gleich mal – als einer der Ersten – ein paar um Unabhängigkeit von Jugoslawien kämpfende Teilstaaten, im Namen Deutschlands anerkannte. Das damit die Situation weiter eskalierte, entging der Mehrheit der Deutschen beinahe völlig. Am Ende war der erste Kriegseinsatz Deutschlands, nach dem Ende des zweiten Weltkrieges, die richtige Entscheidung.

Das genau dies, die militärische Einmischung Deutschlands in weltweite Konflikte, der eigentliche Sinn der gesamten einseitigen Berichterstattung war, kam damals kaum jemand in den Sinn.

Wegen der Menschenrechte!?

Diese werden auch an ganz anderen Schauplätzen weltweit und jeden Tag verletzt. Deutschland aber kämpft ab sofort dort, wo es seinen wirtschaftlichen Interessen entspricht. Die Regierung von GAZPROM-Schröder wusste sehr wohl, warum sie sich nicht am Krieg gegen den Irak beteiligte. Ein Einsatz dort entsprach keineswegs den wirtschaftlichen Interessen des deutschen Kapitals, das den Irak bis dahin technologisch und militärisch bestens versorgt hatte. Auch politisch wäre es für Schröder und sein Überleben als Kanzler unklug gewesen, dort einzugreifen.

Hurra Deutschland!

Je folgenreicher die Krise, desto mehr Nationalismus braucht das Land. Wenn man einem Volk keine gesicherten Existenzbedingungen mehr garantieren kann, dann gib ihm eine Religion oder einen Nationalstolz, an dem es sich berauschen kann.

Während der Fußballweltmeisterschaft 2006, wurden innerhalb weniger Wochen, einige einschneidende Gesetzänderung auf den Weg gebracht. Dies betraf unter anderen den Kündigungsschutz und die Gesundheitsversorgung. Während viele Fußballfans stolz auf die Leistungen IHRER Mannschaft und auch das die Fußballweltmeisterschaft wieder einmal in Deutschland stattfand, mit Fähnchen geschmückten Fortbewegungsmitteln unterwegs waren, nutzten die Mächtigen des Landes diesen Freudentaumel, um ohne viel Widerstand wichtige Errungenschaft der ArbeiterInnenbewegung zu verwässern oder sie gar ganz abzuschaffen. Die Kanzlerin winkte derweil in den Stadien den fußballbeseelten Massen zu.

Auch feierten WIR bald auch noch die Exportweltmeisterschaft. Diese wurde einzig dadurch erreicht, dass das bundesdeutsche Einkommensniveau die Produktionskosten stark gegenüber den restlichen EU-Ländern sinken lies. Es handelte sich also um eine Weltmeisterschaft, die dem deutschen Nationalbürger mit sinkendem Lebensstandard und den deutschen Konzernen und Banken mit Extra-Profiten belohnt wurde. Damit einhergehend stieg auch die Arbeitslosenrate. Am Ende waren es unter anderem auch diese Weltmeisterschaft, bzw. die Re-Investitionen dieser Extra-Profite, die der ganzen EU diese ordentliche und längst noch nicht bewältigte Krise bescherte.

Doch jetzt waren WIR alle schon viel stolzer auf Deutschland. Kampagnen wie „Wir sind Deutschland“ und das mediale Lob für die Einsicht des deutschen Volkes, für den Erfolg der Nation Opfer zu bringen, machten UNS – in UNSEREN Augen – zum besten Volk in Europa. Stolz auf die eigene Nation ist doch ganz normal!

Stimmt!?

Innerhalb der deutschen Grenzen gibt es wirklich nette Landschaften, Flüsse und Seen. Auch gibt es einige wirklich sehenswerte Bauwerke etc. Das diese sich in unserer näheren Umgebung befinden und vielleicht noch nicht völlig von Fahrbahntrassen zustückelt wurden, kann einen schon stolz machen.

Auch, dass weniger Atomkraft und angeblich auch viel sicherer – bei der Energiegewinnung – zum Einsatz kommt, könnte den einen oder anderen Staatsbürger stolz machen. Dabei wäre jedoch einschränkend zu erwähnen, dass bereits die Havarie eines Atomkraftwerkes ausreichen könnte, um die Gesamtbevölkerung der Nation erheblich zu reduzieren!

Aber auf der Opferwilligkeit eines Volkes zugunsten einiger weniger, kann eigentlich kein Stolz beruhen. Und besonders intelligent klingt dies auch nicht. Wenn dann auch noch dem Volk medial, die ganzen faulen Völker Europas, die sich dem Diktat ihrer und vor allem auch UNSERER Herrschenden nicht fügen wollen, vorgeführt werden, dann kocht Volksseele. Langsam aber sicher gerät die jüngere Vergangenheit völlig in Vergessenheit.

Schon einmal waren die Deutschen die Besten!

Und all das lag schon immer in unseren Genen? All das ist dem Menschen angeboren? Oder könnte es nicht doch daran liegen, dass der gesamte Überbau einer Gesellschaft, spricht: Wirtschaftssystem, Medien, Schule und das hieraus entstehende soziale Umfeld, für unser Denken und letztlich Handeln verantwortlich sind?

Es ist richtig, dass unser Denken von den Informationen die wir erhalten, bestimmt wird. Diese Informationen sind am Ende auch dafür verantwortlich, welche Dinge wir für Möglich und Unmöglich halten. Medien die vorwiegend die alltägliche stattfindende Gewalt und die Erzeugung von Sozialneid in den Mittelpunkt ihrer Berichterstattung stellen, erreichen bei den so Informierten, dass sie sich abschotten. Dass sie jedem anderen zutiefst misstrauen. Die herrschende und dominierende Berichterstattung und Politik sind verantwortlich für das gesamtgesellschaftliche Denken.

Doch es besteht noch Hoffnung!

Denn wenn es tatsächlich stimmen sollte, dass es sich bei dem Menschen um das intelligenteste Lebewesen auf Erden handelt, dann könnte es auch zu der Erkenntnis gelangen, dass es sich permanent gegen seine eigenen Interessen manipulieren lässt.

Dann könnte es tatsächliche passieren, dass der Wahrheitsgehalt von Informationen genauer hinterfragt oder gar völlig in Frage gestellt wird. Es könnte sich die Ansicht verbreiten, dass man Informationen besser danach hinterfragt, welche Wahrheit wem nützt. Am Ende könnte gar die absolute Wahrheit – die ja auch immer die Wahrheit derer ist, die über die Möglichkeiten verfügen sie zu verbreiten – hinterfragt werden.

Dann könnte es möglich werden, dass die Gräben nicht mehr zwischen Menschen die tagtäglich um ihre Existenz ringen verlaufen. Es könnte sich die Einsicht vertiefen, dass dieser Graben einzig zwischen der Mehrheit der Menschheit und denen die sie beherrscht und tagtäglich manipuliert verläuft.

Es könnte passieren, dass der/die Einzelne endlich anfängt sich wieder zu fragen, was sie/er wirklich selber will. Bei dieser Sicht nach innen könnte sie/er entdecken, dass es anderen Menschen ganz genauso gehen muss, wie einem selbst. Die Erkenntnis könnte reifen, dass die eigenen Bedürfnisse auch die der Mehrheit aller Menschen sind. Das Neid, Gier und Missgunst Strategien sind, die Mehrheit der Menschen zu entzweien, um zu verhindern, dass diese sich gegen jene erheben, die sie tagtäglich ausplündern und sich allein des gesamtgesellschaftlich geschaffenen Reichtums bedienen.

Dann würde sich die Menschheit wieder auf einander zu bewegen und ein Gesellschaftssystem beerdigen, das ihren ureigensten Bedürfnissen diametral entgegensteht und zudem ihre natürliche Umwelt unwiederbringlich zerstört.

Der Mensch ist ein egoistisches Wesen!

Sonst hätte er auch keinen Überlebenswille. Ein Mensch braucht die Anerkennung der Gesellschaft, in der er lebt. Jedoch die Parole: „Mein Haus, mein Auto, meine Yacht, mein Swimmingpool …“ läuft dabei ins Leere. Mensch erreicht zwar, dass die Nachbarn ihn beachten und wohl auch denken, dass er etwas besonderes sein muss. Doch glücklicher, wenn auch sorgenfreier, lebt man deshalb dennoch nicht. Aufrichtige Liebe und Annerkennung erreicht man nicht auf diese Weise.

Es handelt sich hier nur um eine pervertierte Version des Egoismus, wie sie nur die kapitalistische Gesellschaftsordnung hervorbringt. Sie komprimiert alles das, was an uns und in uns Gutes ist, zu Profit. Sie reduziert uns auf Wesen, die lediglich nach der Verwertbarkeit für diesen beurteilt werden.

Glücklich ist man nur in einer Gesellschaft von Menschen, die einen deshalb anerkennen weil man etwas Besonderes geleistet hat. Menschen über den Tisch zu ziehen, um ihnen das Geld aus der Tasche zu locken und diese nach allen Regeln der Kunst zu manipulieren, sind jedoch keine echten Leistungen. Eine bessere Gesellschaft sollte es ihren Mitgliedern ermöglichen, ihre wirklichen Qualitäten zu entwickeln, mit denen sie wiederum der gesamten Gesellschaft zu Nutzen sind und so endlich die ersehnte gesellschaftliche Annerkennung erfahren.

Menschen sind keine Einzelwesen. An den Rand gedrängt und vereinzelt werden sie depressiv und oft auch aggressiv. Mit der Erkenntnis permanent gegen die eigenen Interessen manipuliert zu werden, könnte diese Aggressivität sich jedoch auch gegen die Manipulatoren selbst richten.

Dann werden sich selbst emanzipierende Menschen, zu den Totengräbern einer zutiefst menschenverachtenden Gesellschaftsordnung. Denn das intelligenteste Lebewesen auf Erden lässt sich auf die Dauer nicht in permanenter Unterordnung und Ausbeutung halten. Die Sklavenhalter, die Kaiser und Könige dieser Welt mussten irgendwann – wie hoffentlich bald auch die eifrigsten Verfechter und Profiteure des Kapitalismus – einsehen dass ihre Zeit gekommen war, um einer neuen gerechteren Gesellschaftsordnung Platz zu machen, in der auf sie verzichtet werden konnte.

Denn …       „Und sie (die Erde) dreht sich doch …“

Der Legende nach soll Galilei diesen Satz beim Verlassen des Inquisitionsgerichts gemurmelt haben, nachdem er dem kopernikanischen Weltbild öffentlich abschwören musste. Eventuell könnte Giordano Bruno diesen Satz auf dem Scheiterhaufen gesprochen haben. (Wikipedia)

Man stelle sich vor: Die Kirche hat einmal behauptet die Erde sei eine Scheibe und alle haben es geglaubt ..

Doch …        Die Wahrheit ist unterwegs und nichts kann sie aufhalten.“
Emile Zola“ (1840 – 1902)

Kein Mensch ist ILLEGAL!

Story-Header

Über die Doppelmoral der „nördlichen Welt“, der angeblichen Demokratien und ihrer Gesellschaften …


Hier fallen journalistische Recherche und das Sammeln von Fakten einfach schwer und reichen auch nicht aus. Wie anders könnte man/frau sonst die Gefühle von Wut, Ohnmacht, Trauer, Mitleid und Hoffnung ausdrücken, wenn es um das Verhältnis der sogenannten „Entwicklungsländer, der dritten Welt“ und der hochentwickelten westlichen (nördlichen) Zivilisation geht.

Wie kann man eine Zivilisation beschreiben, die sich selbst nach dem Ende des OST-WEST Konfliktes, immer noch selbst als „Westlich“ definiert? Die, der restlichen Welt vermeintlich an Entwicklung, Fortschritt, Reichtum und vor allem an gesellschaftlicher Freiheit überlegen ist.

 Die … Oh! … wie konnte ich das nur vergessen, der restlichen Welt natürlich auch militärisch überlegen ist.

Wäre Kunta Kinta nicht zur Zeit der Sklaverei – die unsere hoch entwickelte Zivilisation auch zur Perfektion entwickelte – geboren, würden seine Kinder vielleicht heute in einem Bergwerk Diamanten abbauen. Sie würden sich, weil in Diamantenminen die Tunnel eher Löcher sind und keinen erwachsen Mann durchlassen, ihre Kindheit aus dem Leib Malochen.

Vielleicht wäre Kunta Kinte heute aber auch ein arabischer oder afrikanischer Landbauer. Er ist gerade im Begriff, die weitere Produktion von Feldfrüchten einzustellen, weil von der EU subventionierte Lebensmittel sein Land überschwemmen und dabei weit billiger sind, als die im eigenen Land hergestellten.

Kunta könnte aber auch Arbeit gefunden haben. Diese erhielt er durch die vielgepriesene Entwicklungshilfe. Er arbeitet – für einen Hungerlohn, fern seiner Familie – an einer Trasse quer durch ein Gebiet, in dem seltene Tier- und Pflanzenarten auf ihr Aussterben warten. Diese Trasse wird dann den Abbau dringend benötigter Rohstoffe – durch ein Unternehmen der „freien nördlichen Welt“ – ermöglichen.

Vielleicht steht Kunta aber auch gerade vor einem solchen, völlig ausgebeuteten Vorkommen und kratzt sich voller Verzweiflung am Kopf. Wie konnte es soweit kommen? Weite Landstriche sind völlig verwüstet. Das Grundwasser ist verseucht und auf Jahrzehnte hin kann hier nichts mehr angebaut werden.

Arbeit hat Kunta jetzt auch keine mehr. Die Weiterverarbeitung der abgebauten Rohstoffe findet in Ländern statt, die er nur vom Hören und sagen kennt. Doch hier bleibt alles beim Alten. Kunta Kinte, seine Familie, die ganze Sippe und sein ganzes Volk leben wieder in Armut und sind dem Hunger ausgeliefert.

Auch der Familie von Jose Santos, die im südlichen Teil Amerikas lebt, geht es kaum anders. Früher schafften es seine Vorfahren, dass ganze Land mit ausreichend Lebensmitteln zu versorgen. Gesundes Wasser gab es in Hülle und Fülle. Doch dann ging das Gerücht um, dass Bauern die Kaffee- und Kakaopflanzen anbauten, gutes Geld verdienten, weil die „Freien nördlichen Gesellschaften“ einen riesenhaften Bedarf hierfür hatten.

Alle Nachbarn von Jose Santos Familie begannen daraufhin per Brandrodung den Regenwald zu dezimieren. Überall entstanden Kaffee- und Kakaoplantagen und die Ernteerträge stiegen dabei ständig. Nach und nach entstand so eine Monokultur und wichtige Lebensmittel mussten importiert werden.

Riesige Staudammprojekte, für deren Umsetzung die einheimische Bevölkerung zwangsumgesiedelt und somit ihrer Lebensgrundlage beraubt wurde, vergrößerten das Elend. Diese Staudammprojekte sollen Flüsse umleiten und Flächen freilegen, um an Rohstoffe heranzukommen, die für die „nördlichen Staaten“ von Interesse sind. Außerdem könnte Strom gewonnen und Arbeitsplätze zum Abbau der Rohstoffe geschaffen werden.

Doch die Preise für Kaffee und Kakao fielen bald auf ein Niveau, die die Kaffee und Kakaobauern an den Rand ihrer Existenz brachten. Das hatte auch Folgen, für die in der Zwischenzeit, von Großbetrieben verdrängten, landlos gewordenen ehemaligen Bauern und ihre Familien.

Viele von ihnen haben nie Kaffee getrunken. Die Kinder die die Kakaobohnen täglich pflücken, haben keine Vorstellung wie eigentlich SchokolaDE schmeckt. Zu Hungerlöhnen pflückten nun diese grüne Kaffee- und Kakaobohnen. Dem Preisverfall begegnete man mit der Ausweitung zum Beispiel des Kaffeeanbaues. Dies machte weitere Rodungen des Regenwaldes notwendig.

Für riesige Staudammprojekte, die nun weite Flächen fruchtbaren Ackerlandes überschwemmten und für den Abbau der vom „Norden“ so begehrten Rohstoffe, musste der für das LEBEN so wichtige tropische Regenwald, weiter weichen. Trasse auf Trasse wurde in den Regenwald vorgetrieben. Bei vielen dieser Unternehmungen, kam Entwicklungshilfe aus den „gefüllten Kassen des Nordens“.

Freunde und Stellvertreter!

Aus der Kolonialzeit hatte der Westen gelernt. Stehende Heere zur Beherrschung fremden Bodens, brachten horrende Summe an Sold und später Unruhen und Aufstände mit sich. Deshalb kümmerte man sich rechtzeitig darum, die ehemaligen Kolonien nicht ohne Führung zu lassen. Man machte sich also Freunde und gab sich zudem reuig wegen der begangenen Massaker an der – aus nördlicher Sicht – primitiven Bevölkerung.

Hätten Kunta Kinte und Jose Santos in den Jahren nach den Befreiungskriegen und dem Ende der Kolonialzeit gelebt, hätten sie miterleben müssen, wie der Norden nun Herrscher aus den Reihen ihres eigenen Volk rekrutierte. Sie hätten mit ansehen müssen, wie die willkürlichen Grenzziehungen der ehemaligen Kolonialisten, neue Kriege zwischen unterschiedlichen Volksgruppen hervorbrachte. Sie hätten aber auch erlebt, dass sich für die Mehrheit der Bevölkerung nichts an deren Armut änderte.

Die Freunde des Nordens wurden reichlich mit finanziellen Zuwendungen bedacht. So etablierten sich nach und nach Korruption und die Unterdrückung der Bevölkerung durch kleine elitäre Kreise, in den ehemals kolonialen Ländern. Unruhen konnten da nicht lange auf sich warten lassen. Aber die nördlichen Freunde waren auch darauf vorbreitet und verkauften ihren Handlangern – sehr reichen Handlangern – Waffen und Überwachungssysteme, zur Niederhaltung der revoltierenden Bevölkerungsteile.

Die nördlichen DEMOKRATIEN erhielten weiter billige fossile und natürliche Rohstoffe, die sie weiterverarbeiten und so den Hauptprofit einstreichen konnten. Im Gegenzug halfen sie bei der Schaffung von Herrscherfamilien, deren Ausbildung und deren Aufstieg. Die Rüstungsindustrie wiederum profitierte von den andauernden Auseinandersetzungen dieser Herrscher untereinander bzw. mit deren unfreiwilligen Untertanen.

Doch dann erlebten Ali, Kunta und Jose zusammen mit ihren Familien, dass sich der Norden hin und wieder von seinen Freunden im Süden betrogen fühlte. Endlich bemerkten diese, obwohl von Menschrechtsorganisationen dies schon seit Jahrzehnten angeprangert hatten, dass die befreundeten Herrscherfamilien gar keine DEMOKRATEN waren. Das diese das Volk unterdrücken und für den Hunger im Land verantwortlich zeichnen.

Als es noch zwei verschiedene Norden gab, fanden Waffenlieferungen an unterschiedliche, den eigenen Interessen am dienlichsten erscheinende Gruppierungen statt. Die Stellvertreterkriege waren erfunden. „Bei diesen ging es natürlich nur um die Verwirklichung der Menschenrechte und die Beendigung der Unterdrückung“. Die Sieger der Rebellionen wurden dann entsprechend weiter mit modernster Waffentechnologie ausgestattet, um ihre Macht festigen zu können und den Interessen eines der beiden Norden effizient dienen zu können.

Für Ali, Kunta und Jose begann nun eine Zeit, in der nach der willkürlichen Grenzziehungen zur Zeit des Kolonialismus, ihre Länder wieder einmal – in sogenannte nördlich/nördlich beeinflusste, West-, Ost-, Süd- und Nordhälften – aufgeteilt wurden.

Zur Vereinnahmungen der jeweils vom anderen Norden beeinflussten Landesteile, brauchte es wiederum weiter Waffen. Die vom Norden/Norden begünstigten Herrschenden der Landesteile bedienten sich zudem – um die Bevölkerungen gegeneinander auszuspielen – deren verschiedener Rassen und Stammeszugehörigkeiten und versucten so manchen Genozid. Solange dies den beiden NORDEN diente, wurden diese der eigenen Bevölkerung verschwiegen.

Die Bevölkerungen, auf deren Rücken diese Machtkämpfe ausgetragen wurden, waren dabei die Leidtragenden. Am Ende verschwand der eine NORDEN von der Bildfläche. Die territorialen Kriege und jene um den Besitz der Bodenschätze gingen jedoch weiter. Die ehemaligen – zum Teil miteinander konkurrierenden – Befreiungsbewegungen beherrschten jetzt unterschiedliche Landesteile und kämpften gegeneinander. Waffenlieferant blieb weiter der nun geeinte Norden.

Massaker an der Zivilbevölkerung beantwortete man nun mit dem Einsatz von UNO-Friedensmissionen. Aus einigen Befreiungsbewegungen waren in der Zwischenzeit eher meuchelnde, marodierende Banden geworden. Sie alle haben sich mehr oder weniger mit dem reichen Norden anrangiert und verhökern nun die Rohstoffvorkommen des Landes oder der von ihnen beherrschten Landesteile, zur persönlichen Bereicherung.

Aus einstigen Helden wurden korrupte, brutale Patriarchen und Diktatoren, die den Erlös aus dem Rohstoffverkauf unter ihren Günstlingen verteilten und auf diese Weise ihre Macht festigten.

Doch diese Abhängigkeit vom reichen Norden, missfiel bald einigen dieser Herrscher. Der Hass auf den Norden und seine führenden Mächte, allen voran auf die USA, einte diese Herrscher. Ihnen zur Seite standen auch Menschen aus dem reichen Norden. Die „Antiimperialisten“ erkannten den Widerspruch im Kapitalismus und dessen Verteilungsungerechtigkeit.

Zu den sogenannten „Antiimperialisten“ zählten sich auch die PLO, Hamas und Gaddafi in Libyen. Es gab viele gerechtfertigte Revolten des Volkes gegen verhasste Patriarchen und Diktatoren, die vom Norden mächtig hofiert wurden. Doch auch die „Antiimperialisten“ täten gut daran, ihre alten Positionen ernsthaft zu überprüfen.

Mit den weltweiten Veränderungen und dem vermeintlichen Sieg des Kapitalismus, über einen vermeintlich real existierenden Sozialismus, hat sich auch im „unterentwickelten, rückständigen Süden“ einiges getan. Einige ehemalige Verbündete im „antiimperialistischen Kampf“ gegen den Kapitalismus gebärden sich heute schlimmer als ihre Vorgänger.

Im Iran wurden die sozialistischen Kräfte von sogenannten islamischen Gottkriegern benutzt, um den dort herrschenden Schah zu stürzen. Kurz darauf wurde ein sogenannter Gottesstaat ausgerufen. In diesem gilt seitdem, das von den Machthabern definierte und als einzig wahr bezeichnete islamische Gesetz. Der Iran unterstützt seitdem ununterbrochen die islamische Hisbollah im Libanon und die Hamas im Gazastreifen. Allen gemein ist das Ziel, die Vernichtung Israels. Damit meinen sie natürlich die Menschen dort.

Mit Organisationen und Ländern,die ein anderes ausmerzen wollen, sind Verhandlungen gänzlich unmöglich.

Ich möchte mal die deutsche Politik sehen, wenn Dänemark erklären würde, dass alle Deutschen ausgerottet gehören und Tag und Nacht Raketen nach Flensburg abgefeuert würden.

Das Problem dabei ist, dass Hamas und Konsorten, den um Frieden mit den Nachbarn bemühten Bewegungen in Israel immensen Schaden zufügen. Eine Bevölkerung die sich einer ständigen Bedrohung gegenüber sieht, der man die Ausrottung androht, wählt schließlich jene reaktionären Kräfte, wie es sie eben auch in Israel gibt. Diese stehen dann ihrerseits einem dauerhaften Frieden in Wege und lassen ihn in weite Ferne rücken.

Wie viele Diktatoren und Terroristen hat der reiche Norden mit Milliarden von Dollar unterstützt und diese später zu Feinden erklärt? Osama Bin Laden beispielweise, war mit der Familie Bush befreundet. Viele spätere Diktatoren besuchten höhere Schulen im Norden. Das demokratische Militär im Norden bildete Offiziere dieser Länder aus und die Polizei wurde ebenfalls bestens zur Unterdrückung des Volkswillens ausgebildet.

Da diese Kräfte nicht mit Steinen werfen können, um das Volk unter Kontrolle zu halten und um die Verwertungsinteressen des freien Nordens zu gewährleisten, lieferte der freie Norden die Waffen und modernste Technologie zur Aufstandsbekämpfung gleich mit. Die Rüstungsindustrie der USA, Russlands und – eben auch führend – Deutschlands und Frankreichs verdienen sich dabei goldene Nasen.

Während dann diese Waffen zu Niederhaltung und gegen die eigene Bevölkerung eingesetzt werden, pflegt man offen diplomatische und wirtschaftliche Beziehungen und füllt sich mit Waffen- und Technologietransfer und durch den Zugriff auf die für die Wirtschaft des Nordens so wichtigen Rohstoffressourcen, die Taschen. Der Bevölkerung des Nordens wirft man ein paar Brocken hin, damit diese still hält und diese Form der Weltwirtschaft akzeptiert.

Hin und wieder wird dann auch mal EIN BROT FÜR DIE WELT gespendet und einem süßem Kind mit Hungerbauch ein Schulabschluss finanziert. Damit ist dann das eigene Gewissen beruhigt. Obwohl alle wissen, dass solche Maßnahmen mitnichten die Ungerechtigkeit – bei der Verteilung des weltweiten Reichtums – lösen werden.

Und dann dass! Jetzt bedrohen uns diese Menschen deren Schicksal uns im Alltag vollkommen egal ist, mit weltweitem Terror. Medial auf breiter Ebene in Szene gesetzt, wird nun gegen Menschen, die sich nicht bekreuzigen, sondern sich zum Gebet auf Knien gen Mekka beugen, gehetzt.

Hass in der Durchschnittsgesellschaft sind Wasser auf den Mühlen von Berufsrassisten, die schon immer wussten, dass andere Religionen und Kulturen minderwertig und deshalb zu bekämpfen sind. Angst vor dem ANDEREN wird als Bedrohung der angeblich eigenen FREIHEIT geschürt. Mächtige Apparate und Technologien werden zur Überwachung und zum angeblichen Schutz vor dieser neuartigen Bedrohung auf- und ausgebaut.

Die Angst vor dem bedrohlichen und vermeintlich Anderem dient dabei auch der Überwachung der eigenen Bevölkerung.

NEIN! Ohne Bedrohungen, die uns von anderen drohen, kann der Kapitalismus nicht existieren. Dabei scheint es gerade den Deutschen ziemlich egal zu sein, wer da wen bedroht. Siemens und andere Technikunternehmen freuen sich über Extraprofite, die sie im Handel mit dem menschenverachtenden Regime in Teheran erzielen. Auch der Irak war ein Superhandelspartner. Vielleicht hat man sich auch deshalb am ersten Golfkrieg nicht so wirklich beteiligt.

Wenn dann – wie geschehen im Irak – die Verwertungsinteressen in Gefahr zu geraten drohen, weil einerseits der Diktator und frühere Freund die Seite wechselt und zudem Gefahr läuft von der eigenen Bevölkerung entthront zu werden. Dann wird zuerst Angst vor diesem geschürt und dann dürfen arme Soldaten – die nie von den immensen Profiten profitiert haben – die die einstige Freundschaft eingebracht hat – den Diktator mit Waffengewalt unter erheblichen KOLLETERALSCHÄDEN stürzen.

Danach beginnt unter Aufsicht der NORDMÄCHTE die Suche nach geeigneten „demokratischen“ Gruppierungen, die diesen genehm sind. In Afghanistan führte diese Suche dazu, dass man – trotz nachgewiesenem Wahlbetrugs – einer Verbrecherbande erlaubt, über das dort lebende Volk zu herrschen, während man eine Andere bekämpft. Afghanistan wurde ja erst dank der Unterstützung durch den freien Norden, von der Besatzung durch den unfreien Norden befreit.

Dabei gibt es doch eigentlich in diesem Land nichts zu holen. Warum dann so viele ausländische Truppen. Eine Truppe übernahm ja angeblich nur Polizeiaufgaben und führt erst jetzt, dank dem Grafen von Guttenberg, Krieg. Ein Blick auf den Globus erhellt das Interesse an diesem „HUMANEN“ Krieg. Afghanistan ist geopolitisch wichtig. Zum Bespiel um via Rohöltrassen, die günstige Versorgung mit diesem wichtigen Gut sicherzustellen. Dies jedoch ist solange unmöglich, solange das Gebiet von sich gegenseitig bekriegenden, miteinander rivalisierenden Banden beherrscht wird.

Und jetzt auch noch diese Rebellionen im arabischen Raum. Wen soll das Kapital da unterstützen und welche Parolen sollen die Medien den Menschen einimpfen? Werden radikale islamische Gruppierungen das entstandene Machtvakuum für sich nutzen können? Oder handelt es sich gar – wie es Anhänger von Verschwörungstheorien weltweit weismachen wollen – um eine von westlichen Geheimdiensten, allen voran dem CIA angezettelte Revolte? Auch wird viel von der Facebookgeneration geschwafelt!

Fakt ist! Dass es in diesen Ländern schon lange brodelt und das bei diesen Revolten die gesamte Bevölkerung millionenfach auf die Straßen gegangen ist. Frauen, Männer, Jung und Alt, Anhänger verschiedener Religionen! Diese Vorgänge als gesteuert oder nur als von der Facebookgeneration inszeniert zu bezeichnen, geht völlig an der Realität vorbei. Gerade die so gefürchteten radikalen Islamisten schlossen sich erst verspätet den Revolten an. Die Mehrheit der Menschen verlangt vor allem demokratische Rechte. Demokratische Rechte, die ihnen von den jeweils herrschenden Schichten ihrer Länder und ihren Handelpartnern im „FREIEN NORDEN“ bisher vorenthalten wurden.

Auffallend ist, dass man im freien Norden offensichtlich die Tragweite der Revolten unterschätzt hat. Den bis zum bitteren Ende wurden die Unterdrücker unterstützt und fleißig mit diesen gehandelt und verhandelt. Die EU wollte weitere Millionen Euro für die Flüchtlingsabwehr an Gaddafi bewilligen. Frankreich pflegte seine innige Freundschaft zu Ben Ali’s Clique und hatte sogar zu Anfang Hilfe bei der Aufstandsbekämpfung angeboten.

Als sich jedoch abzeichnete, dass die Rebellionen die arabische Welt unumkehrbar verändern werden, wurden die Positionen neu bezogen. Allerdings unterschied sich die nun folgende Unterstützung des Nordens, von Rebellion zu Rebellion, von Land zu Land.

Während der eben noch völlig teilnahmslose Norden, in Windeseile Tripolis und die Truppen des irren Gaddafi bombardierte – allen voran Frankreich und Großbritannien – und dabei nicht mal ein UNO–Mandat abwarten konnte, sieht man dem Morden des anfänglich von der Rebellion gepriesenen Militärs in Ägypten und anderswo weiter tatenlos zu.

Immerhin wächst nun – dank der Einmischung des Nordens – in Libyen die Gefahr eines lang anhaltenden Bürgerkrieges. Es werden wieder einmal Waffen geliefert werden müssen. Wer diese letztendlich erhält, bestimmt dann wieder einmal allein der freie Norden. Und dessen Kriterien sind klar. Die Interessen des Kapitals werden hierfür den Ausschlag geben.

Verfolgung, Hunger und Verlockungen!!!

Das sind die Gründe, die Menschen dazu zwingen ihre gewohntes, familiäres, gesellschaftliches Umfeld zu verlassen.

Für die Verfolgungen, den Hunger und auch für die Verlockung das eigene Land zu verlassen, trägt der FREIE NORDEN die Verantwortung. Zusammen mit den von ihm – mit Geld und Waffen – am Leben gehaltenen Despoten. All diese Menschen sind Opfer kapitalistischer Verwertungsinteressen.

Ihr Pech ist es, dass sie in einem Land geboren wurden, welches über wichtige Rohstoffe verfügt, aber nicht die technischen Vorrausetzungen hat, diese selbst zu verarbeiten.

  • Ihr Pech ist es, in einem für den Kapitalismus – dem „demokratischen“ Norden – geostrategisch wichtigen Fleck dieser Erde geboren worden zu sein.

  • Ihr Pech ist es, dass der herrschende Despot und oder sein ihn stützender Clan für den Kapitalismus tragbar ist und dessen Profitinteressen nicht im Wege steht.

  • Ihr Pech ist, dass man sie im wohlhabenden Norden, wohin all ihre Ressourcen verschwinden nicht haben will.

Es sei denn, sie sind zum Bespiel arabische Scheichs und halten Anteile am Daimler Benz Konzern oder können anderweitig zum Reichtum der Reichen dieser Länder beitragen!