{"id":281,"date":"2012-05-10T18:31:10","date_gmt":"2012-05-10T18:31:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alterweb.de\/?page_id=281"},"modified":"2014-09-06T07:48:40","modified_gmt":"2014-09-06T07:48:40","slug":"proletarische-plattform","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.alterweb.de\/?page_id=281","title":{"rendered":"Proletarische Plattform"},"content":{"rendered":"<div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: medium;\"><strong><span style=\"font-family: verdana,geneva;\">Programmatische Eckpunkte<\/span><\/strong><\/span><span style=\"font-size: medium;\"><strong><span style=\"font-family: verdana,geneva;\"> der proletarischen Plattform<\/span><\/strong><\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<div><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: small; color: #000000;\"><a href=\"http:\/\/www.proletarische-plattform.org\/app\/download\/5087942464\/ProgrammEckpunktePPF.pdf?t=1303735699\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #000000;\"> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"http:\/\/alterweb.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/PDF.jpg\" alt=\"Download\" width=\"51\" height=\"48\" \/> <\/span><\/a><\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: small; color: #000000;\"><strong>PDF-Version<\/strong><\/span><br \/> <span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: small; color: #000000;\"> DIN A4, 7 Seiten<\/span><br \/> <span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: small; color: #000000;\"> ProgrammEckpunktePPF.pdf<\/span><br \/> <span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: small; color: #000000;\"> Adobe Acrobat Dokument [53.4 KB]<\/span><br \/> <span style=\"color: #000000;\"> <a href=\"http:\/\/www.proletarische-plattform.org\/app\/download\/5087942464\/ProgrammEckpunktePPF.pdf?t=1303735699\" target=\"_blank\"><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: small; color: #000000;\"> Download<\/span><\/a><\/span><\/div>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: small; color: #000000;\"><em>\u201eDie Befreiung der Arbeiterklasse muss die Tat der Arbeiter selbst sein.\u201c<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: small; color: #000000;\">Der Kommunismus, der erneute Kampf um den revolution\u00e4ren \u00dcbergang zur klassen- und daher staatenlosen, zur menschlichen Gesellschaft, steht auf der Tagesordnung. Das Proletariat muss sich seiner geschichtlichen Aufgabe stellen, sonst droht der Untergang in der Barbarei. Die angebliche M\u00f6glichkeit einer \u201eB\u00e4ndigung des Kapitalismus\u201c durch Reformen zugunsten der lohnabh\u00e4ngigen Klasse steht in der entfalteten Krisendynamik des Kapitals jedenfalls nackt da wie der Kaiser im M\u00e4rchen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: small; color: #000000;\">Der Kampf um die Verteidigung der bescheidensten Lebensinteressen gegen die Angriffe des Kapitals f\u00e4llt, realistisch betrachtet, zusammen mit dem Kampf um die v\u00f6llige Aufhebung der im Siechtum begriffenen kapitalistischen Produktionsweise. Die Sicherung der blo\u00dfen Existenz jedes einzelnen der proletarischen, weil besitzlosen und darum zum Verkauf ihrer Arbeitskraft verdammten Individuen erfordert deren Zusammenschluss zur <em>selbstbewussten<\/em> Klasse, erfordert heute mehr denn je ihr politisches Agieren ausschlie\u00dflich im eigenen Klasseninteresse, das dem der besitzenden Klassen entschieden entgegengesetzt ist, erfordert in einem Wort: revolution\u00e4res Handeln. Es geht daher um keine \u201esolidarische Gesellschaft\u201c, in der die sogenannten Starken, die Verm\u00f6genden und daher M\u00e4chtigen der Gesellschaft, die sogenannten Schwachen, die von diesem Verm\u00f6gen und der entsprechenden Macht ausgeschlossen sind, st\u00fctzen (als wenn es nicht in Wahrheit sich immer schon genau andersherum verhielte). Es geht wie eh und je um die Selbstbefreiung jener Schwachen von den Bedingungen ihrer Schw\u00e4che. Es geht um die Emanzipation der eigentumslosen, ausgebeuteten Klasse, um die Aufhebung ihrer Eigentumslosigkeit und Ausbeutung allein durch ihre eigene Tat. Dies erfordert r\u00fccksichtslose Eingriffe ins Allerheiligste der herrschenden Weltordnung, in das Eigentum der besitzenden B\u00fcrger.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: small; color: #000000;\">So ungewiss die Zukunft des Kommunismus, d.h. des Klassenkampfes des Proletariats um seine Selbstaufhebung heute erscheinen mag, so gewiss ist er kein Hirngespinst oder Fabeltier, insofern er n\u00e4mlich eine nur allzu wirkliche, h\u00f6chst dramatische Geschichte bereits hinter sich und dennoch nicht abgeschlossen hat. Eine Geschichte, die einerseits von seinen Gegnern als an sich l\u00e4ngst erledigt betrachtet, von vielen seiner trotzigen Anh\u00e4nger andererseits schamhaft ignoriert wird, so als k\u00f6nne man heute in aller Unschuld noch einmal ganz von vorne anfangen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: small; color: #000000;\">Die Geschichte des modernen Proletariats hebt an in Europa im zweiten Drittel des neunzehnten Jahrhunderts und findet im wissenschaftlichen Kommunismus von Marx und Engels ihren ersten theoretisch schl\u00fcssigen Ausdruck. Und der Fortgang der Geschichte schien der Theorie zun\u00e4chst in vollem Umfang Recht zu geben. Das europ\u00e4ische Proletariat erwies sich als geschichtsm\u00e4chtige Klasse, von deren Tun und Lassen das Schicksal nicht nur Europas, sondern der Menschheit abhing.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: small; color: #000000;\">Der Siegeszug des Faschismus in Europa hat die europ\u00e4ische Arbeiterbewegung zertr\u00fcmmert. Der deutsche Nationalsozialismus w\u00fctete hierbei ab 1933 besonders gr\u00fcndlich. Darin gewisserma\u00dfen negativ noch einmal das historische Gewicht der revolution\u00e4ren Arbeiterbewegung Europas unterstreichend, die bis dahin au\u00dferhalb der Sowjetunion in Deutschland ihre gr\u00f6\u00dften und machtvollsten Bataillone besa\u00df. Mit dem faschistischen Triumph in Spanien fiel 1939 die letzte Bastion des revolution\u00e4ren Proletariats in Europa. Damit bricht die Zeit des Proletariats als ein <em>f\u00fcr sich handelndes Subjekt der Geschichte<\/em> vorerst ab:<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: small; color: #000000;\">In den hundert Jahren zuvor, in denen sich das Proletariat zur selbstbewussten, selbst\u00e4ndig handelnden Klasse herangebildet und eine Reihe aufopferungsvoller Emanzipationsversuche unternommen hatte, entwickelte sich aber zugleich aus eben dieser Bewegung heraus eine stets wachsende Tendenz des Opportunismus und Paktierertums. Diese gipfelte in der Auslieferung aller Hoffnungen auf das Gelingen der Menschwerdung des Menschentieres durch Sozialdemokratie und Stalinismus an den Faschismus \u2013 die Shoa legt hiervon niederschmetterndes Zeugnis ab.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: small; color: #000000;\">Was von der Arbeiterbewegung politisch wirksam \u00fcbrig blieb, gleicht seither eher jenem \u201eBourgeois-Sozialismus\u201c, den Marx und Engels im Kommunistischen Manifest beschreiben, einem \u201eSozialismus\u201c also, der auf die fade Pointe hinausl\u00e4uft, dass das Unternehmertum dazu da sei, gute Arbeitspl\u00e4tze zu schaffen. Selbst der erneute Aufbruch eines Teils der Arbeiterbewegung weg von der Sozialdemokratie nach links findet gr\u00f6\u00dften Gefallen an der Idee, mittels Reformen zum Wohle der Gemeinschaft von Ausbeutern und Ausgebeuteten Letzteren darin ein gutes Leben zu garantieren und so auf leisen Sohlen den \u201edemokratischen Sozialismus\u201c einzuf\u00fchren. \u201eSozialismus des 21. Jahrhunderts\u201c nennt sich das stolz. Aber seine Zaubermittel bezieht es aus der Mitte des vergangenen 20. Jahrhunderts: Staatsinterventionen nach der Rezeptur von John Maynard Keynes selig.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: small; color: #000000;\">Verkannt werden die keineswegs blo\u00df ideellen, vielmehr ganz materiell-historischen Voraussetzungen jenes keynesianisch getrimmten sogenannten \u201eSozialstaats\u201c von einst, den man da beschw\u00f6rt. Nicht \u00f6konomische Ideen, sondern materielle Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnisse, sozial\u00f6konomische und auch ein paar milit\u00e4rische Tatsachen lagen ihm zugrunde. Namentlich in Deutschland war die Existenz der von der Roten Armee bewachten DDR eine seiner wesentlichen Bedingungen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: small; color: #000000;\">Sozialstaatliche Reformen \u2013 soweit sie wirkliche Konzessionen der Besitzenden an die besitzlose Masse darstellten \u2013 hatten \u00fcberhaupt immer vor allem den Zweck, das Schlimmere zu verh\u00fcten: die Aufhebung des Privilegs des Besitzes, des Privateigentums. Nachdem es aber die Rote Armee nicht mehr gibt, woher sollte jenes Schlimmere noch drohen?<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: small; color: #000000;\">Wer in der Linken im Ernst heute darauf setzt, demn\u00e4chst der deutschen Bourgeoisie mit einer Neuauflage des Sozialstaats aus der Patsche zu helfen, br\u00e4uchte jedenfalls erst einmal allerhand revolution\u00e4re Stimmung im Land. Und die Entschlossenheit, dann dem revolution\u00e4r gestimmten Proletariat seinen Schneid um jeden Preis abzukaufen. Mit dem Zuckerbrot allein wird es dabei nach aller Erfahrung nicht getan sein. Es braucht meist auch \u2013 f\u00fcr den uneinsichtigsten Teil der revolution\u00e4ren Partei \u2013 die Peitsche. Und jemanden, der sie schwingt: \u201eEiner muss den Bluthund machen!\u201c<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: small; color: #000000;\">Der linke Sozialstaatsreformismus hat, wie man hieraus ersieht, die revolution\u00e4re, kommunistische Partei bitter n\u00f6tig. Die Emanzipation der Proleten dagegen hat es n\u00f6tig, dass diese sich von s\u00e4mtlichen Sozialstaatsflausen befreien, denen gem\u00e4\u00df sie bis in alle Ewigkeit zu ihrem besitzlosen, lohnabh\u00e4ngigen Klassendasein verdammt w\u00e4ren.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: small; color: #000000;\">Die gr\u00f6\u00dfte H\u00fcrde f\u00fcr die \u00dcberwindung des an sich l\u00e4ngst vollkommen substanzlos und rein illusorisch gewordenen Reformismus in der lohnabh\u00e4ngigen Klasse, f\u00fcr ihre Wiedererweckung zu proletarisch-revolution\u00e4rem Klassenbewusstsein ist heute die Unf\u00e4higkeit des revolution\u00e4ren Kommunismus, noch im eigenen Namen zu sprechen, sein eigenes Programm klar und unverwechselbar zu vertreten.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: small; color: #000000;\">Diese Sprachlosigkeit des Kommunismus endlich zu \u00fcberwinden, also<\/span><\/p>\n<ul style=\"text-align: left;\">\n<li><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: small; color: #000000;\">das im widerspr\u00fcchlichen Verlauf seiner Geschichte gr\u00fcndlich verschlissene Programm des revolution\u00e4ren \u00dcbergangs zur kommunistischen Gesellschaft unter einander neu zu kl\u00e4ren, auszuarbeiten, und zu beschlie\u00dfen,<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: small; color: #000000;\">es in der Aktion zu vertreten und zu \u00fcberpr\u00fcfen, d.h. eine Grundlage f\u00fcr ihre revolution\u00e4re Kooperation zu schaffen, um in den Parteibildungsprozess des Proletariats einzugreifen,<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: small; color: #000000;\">das ist die entscheidende Aufgabe, die alle Sozialisten und Kommunisten jetzt gemeinsam in Angriff zu nehmen haben \u2013 unbeschadet ihrer verschiedenen theoretischen, politischen und organisatorischen Traditionen und aktuellen Bindungen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: small; color: #000000;\">Vier Eckpunkte dieses Programms werden im Folgenden skizziert und zur Diskussion gestellt:<\/span><\/p>\n<table class=\" alignleft\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"47\"><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: small; color: #000000;\"><strong>1.<\/strong><\/span><\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"567\"><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: small; color: #000000;\"><strong>Statt<\/strong><\/span><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: small; color: #000000;\">\u201eArbeit f\u00fcr Alle\u201c;<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: small; color: #000000;\">Gefeilsche um Arbeitspl\u00e4tze;<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: small; color: #000000;\">\u201eGute Arbeit \u2013 Gerechte L\u00f6hne\u201c;<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: small; color: #000000;\">oder \u2013 in ebenso begriffloser Umkehrung \u2013 bisweilen auch<\/span><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: small; color: #000000;\">\u201eRevolution gegen die Arbeit\u201c;<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: small; color: #000000;\">\u201eNie wieder Arbeit\u201c:<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table class=\" alignleft\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"47\"><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: small; color: #000000;\"><strong>\u00a0<\/strong><\/span><\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"567\"><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: small; color: #000000;\"><strong>\u00dcberwindung einer Wirtschaftsweise<\/strong><\/span><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: small; color: #000000;\">in der die eine Klasse das Privileg genie\u00dft, aufgrund ihres Besitzes arbeitslos existieren zu k\u00f6nnen;<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: small; color: #000000;\">in der durch dieses Privileg der wirkliche, jeder Gesellschaft auferlegte Zwang zur Arbeit in ein scheinbar zuf\u00e4lliges, jeweils blo\u00df individuelles Schicksal verkehrt wird.<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: small; color: #000000;\">Die Abschaffung dieses Privilegs zieht die historisch einzige vern\u00fcnftige Alternative nach sich:<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: small; color: #000000;\"><strong>planm\u00e4\u00dfige Verteilung der gesellschaftlich notwendigen Gesamtarbeit auf <em>alle<\/em> arbeitsf\u00e4higen Mitglieder der Gesellschaft<\/strong><\/span><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: small; color: #000000;\">Nur so wird <em>f\u00fcr alle<\/em> die gesellschaftlich notwendige Arbeit und ihr vern\u00fcnftiges Ma\u00df <em>transparent<\/em> und damit soweit <em>reduzierbar<\/em>, dass uns Zeit zuw\u00e4chst zur freien Entfaltung unserer individuellen \u201eproduktiven Triebe und Anlagen\u201c (Marx).<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: small; color: #000000;\">Nur so wird die Arbeit daher \u00fcberhaupt ihren Zwangscharakter verlieren und sich in unser \u201eerstes Lebensbed\u00fcrfnis\u201c (Marx) verwandeln.<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table class=\" alignleft\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"47\"><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: small; color: #000000;\"><strong>2.<\/strong><\/span><\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"567\"><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: small; color: #000000;\"><strong>Statt<\/strong><\/span><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: small; color: #000000;\">sogenannter \u201eWirtschaftsdemokratie\u201c, d.h.<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: small; color: #000000;\">\u2013\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Mitbestimmung im Sinne eines Co-Managements der kapitalistischen Verwertung im Namen der verwerteten Arbeitskr\u00e4fte,<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: small; color: #000000;\">\u2013\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Belegschaftsbeteiligungen an Unternehmen,<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: small; color: #000000;\">\u2013\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 St\u00e4rkung \u201e\u00f6ffentlicher Unternehmen\u201c,<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: small; color: #000000;\">was letztlich hinausl\u00e4uft auf die demokratische Mitwirkung der Lohnarbeit an ihrer Ausbeutung;<\/span><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: small; color: #000000;\">Verbilligung der kapitalistischen Lohnarbeit durch Dienstverpflichtung;<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: small; color: #000000;\">ehrenamtliche, also unentgeltliche \u201eB\u00fcrgerarbeit\u201c, geldlose Nischenproduktion, Tauschringe etc.:<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table class=\" alignleft\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"47\">\u00a0<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"567\"><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: small; color: #000000;\"><strong>\u00dcberwindung der Lohnarbeit selbst als Fundament einer Wirtschaftsweise<\/strong><\/span><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: small; color: #000000;\">in der die <em>gesellschaftliche Arbeit<\/em> sich in ihr Gegenteil verkehrt, weil sie dem Zwang unterworfen ist, sich als Kapital <em>verwerten<\/em> zu m\u00fcssen;<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: small; color: #000000;\">in der daher das <em>gesellschaftlich erzeugte Produkt<\/em> dieser Arbeit, weil als den gesellschaftlichen Charakter der Produktion verleugnende Privatangelegenheit behandelt, die kooperative Arbeit zum Mittel seiner endlosen Selbstvermehrung degradiert.<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: small; color: #000000;\"><strong><em>Selbstorganisation<\/em> der Arbeit durch freie Assoziierung der Produzenten auf der H\u00f6he des jetzigen Vergesellschaftungsgrades der Arbeit.<\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: small; color: #000000;\">Hierf\u00fcr braucht es einstweilen nichts weiter als die v\u00f6llige Absch\u00fcttelung jenes Verwertungszwanges, d.h. der jetzigen privaten Verf\u00fcgung \u00fcber die gesellschaftliche Arbeit, die angesichts ihres hochgradig gesellschaftlichen Charakters heute nur noch ein schreiender und \u00e4u\u00dfert kostspieliger Anachronismus ist.<\/span><\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table class=\" alignleft\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"47\"><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: small; color: #000000;\"><strong>3.<\/strong><\/span><\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"567\"><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: small; color: #000000;\"><strong>Statt<\/strong><\/span><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: small; color: #000000;\">\u201eGeld ist genug da\u201c;<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: small; color: #000000;\">\u201ebedingungsloses Grundeinkommen\u201c, etc.;<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: small; color: #000000;\">Streben nach einer ewig unzul\u00e4nglichen Gerechtigkeit, die nur auf die Umverteilung des produzierten Reichtums abzielt:<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table class=\" alignleft\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"47\">\u00a0<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"567\"><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: small; color: #000000;\"><strong>\u00dcberwindung der Voraussetzung einer Wirtschaftsweise<\/strong><\/span><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: small; color: #000000;\">in der aller Reichtum allgemein in Geld gemessen werden muss,<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: small; color: #000000;\">in der daher aller Reichtum sich gegen Geld austauschen muss, bevor er konkret gebraucht und genossen werden kann;<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: small; color: #000000;\">einer Wirtschaftsform also, in der aller Reichtum produziert wird in der Form von <em>Waren<\/em>, n\u00e4mlich Produkten, die konkret n\u00fctzlich immer nur f\u00fcr ihre Nichtbesitzer sind, wogegen f\u00fcr ihre Besitzer ihr einzig m\u00f6glicher Nutzen, darin besteht, sie gegen die allgemeine, mit jeder anderen unmittelbar austauschbare Ware, d.h. gegen Geld auszutauschen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: small; color: #000000;\">Die Herrschaft von Waren und Geld im Wirtschaftsalltag geht daher unvermeidlich damit einher:<\/span><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: small; color: #000000;\">dass der gesellschaftliche Reichtum einerseits sich automatisch als <em>\u00dcberfluss<\/em> in der Hand eines Teils der Gesellschaft konzentriert, der seiner nicht unmittelbar bedarf,<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: small; color: #000000;\">so dass andererseits der andere Teil, der dieses Reichtums konkret bedarf, ebenso automatisch <em>Mangel<\/em> leidet an allen Mitteln zur Befriedigung seiner Bed\u00fcrfnisse.<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: small; color: #000000;\">Das Geheimnis dieser Ungerechtigkeit der Verteilung des <em>produzierten<\/em> Reichtums steckt aber in jener Teilung der Gesellschaft in Arm und Reich, die schon bei der <em>Produktion<\/em> des Reichtums besteht; n\u00e4mlich darin:<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: small; color: #000000;\">dass die unmittelbaren Produzenten von vornherein reduziert auf ihre blo\u00dfe Arbeitskraft in den Produktionsprozess hineingehen;<\/span><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: small; color: #000000;\">dass sie also vollst\u00e4ndig enteignet sind von den sachlichen Elementen ihrer Produktion;<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: small; color: #000000;\">dass diese sachlichen Elemente ihrer Produktion, n\u00e4mlich die Produktions- und Lebensmittel der Gesellschaft, als sogenanntes \u201eVerm\u00f6gen\u201c das Monopol nichtarbeitender Eigent\u00fcmer sind.<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: small; color: #000000;\">Diese Voraussetzung der bestehenden Wirtschaftsweise, die Teilung ihrer Akteure in vom Arbeitszwang befreite Eigent\u00fcmer und eigentumslose Arbeitskr\u00e4fte, l\u00e4\u00dft sich nicht \u00fcberwinden, ohne dass damit zugleich die Warenform der Arbeitsprodukte und das Geld als allgemeine Darstellungsform des gesellschaftlichen Reichtums gegenstandslos werden und verschwinden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: small; color: #000000;\">Die im <strong>Geld<\/strong> ihren allgemeinsten, gel\u00e4ufigsten Ausdruck findende \u00d6konomie, in der die Produkte der Arbeit ihren Produzenten enteignet sind und \u00fcber sie herrschen, <strong>l\u00f6st sich auf in die banale Grundlage aller \u00d6konomie, die \u201e\u00d6konomie der Zeit\u201c:<\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: small; color: #000000;\"><strong>Die <em>gesellschaftlich planm\u00e4\u00dfige Verteilung der Arbeitszeit<\/em> regelt \u201edie richtige Proportion der verschiednen Arbeitsfunktionen zu den verschiednen Bed\u00fcrfnissen\u201c<\/strong> (Marx).<\/span><\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table class=\" alignleft\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"47\"><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: small; color: #000000;\"><strong>4.<\/strong><\/span><\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"567\"><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: small; color: #000000;\"><strong>Statt<\/strong><\/span><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: small; color: #000000;\">des Beharrens auf abstrakter Freiheit und Gleichheit, deren \u201eproduktive reale Basis\u201c (Marx) das Privateigentum ist;<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: small; color: #000000;\">der Verkl\u00e4rung demokratischer Herrschaft zum Endziel aller Emanzipation;<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: small; color: #000000;\">der Verewigung des unterw\u00fcrfigen Status der lohnabh\u00e4ngigen Klasse durch ihre Fixierung auf den demokratischen Staat, der alles richten soll:<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table class=\" alignleft\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"47\">\u00a0<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"567\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: small;\"><strong>Radikale Aussch\u00f6pfung der Demokratie<\/strong> f\u00fcr den selbstbewussten Zusammenschluss aller vom Produkt ihrer gemeinsamen Arbeit enteigneten, von ihrer Arbeit entfremdeten Individuen bis hin zur<\/span><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: small;\"><strong>Errichtung ihrer gemeinsamen revolution\u00e4ren Regierung zum Zwecke r\u00fccksichtsloser Eingriffe in das kapitalistische Eigentum,<\/strong><\/span><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: small;\">in jene Ordnung des Eigentums, die diese Enteignung und Entfremdung ebenso zur Voraussetzung hat, wie sie dieselbe stets von neuem spontan erzeugt;<\/span><\/span><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: small; color: #000000;\">einer Regierung, die sich selber \u00fcberfl\u00fcssig macht und \u00fcbergeht zur Aufl\u00f6sung jeglicher Politik, auch der allerdemokratischsten, die doch immer eine Regierung \u00fcber Menschen bleibt;<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: small; color: #000000;\">einer Regierung, die sich schlie\u00dflich verwandelt in eine solche gemeinsame Verwaltung der Sachen, \u201eworin die freie Entwicklung einer jeden die Bedingung der freien Entwicklung aller ist\u201c.<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: small; color: #000000;\">Kassel, 1. Mai 2011<\/span><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-family: verdana,geneva; color: #000000; font-size: medium;\">Mehr unter: <strong><a href=\"http:\/\/www.proletarische-plattform.org\/\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #000000;\">Proletarische Plattform<\/span><\/a><\/strong><\/span><\/p>\n<hr title=\"Die Welt der Linken\" size=\"3\" width=\"100%\" \/>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Programmatische Eckpunkte der proletarischen Plattform PDF-Version DIN A4, 7 Seiten ProgrammEckpunktePPF.pdf Adobe Acrobat Dokument [53.4 KB] Download \u201eDie Befreiung der Arbeiterklasse muss die Tat der Arbeiter selbst sein.\u201c Der Kommunismus, der erneute Kampf um den revolution\u00e4ren \u00dcbergang zur klassen- und daher staatenlosen, zur menschlichen Gesellschaft, steht auf der Tagesordnung. 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