Archiv der Kategorie: Politik und Soziales

Der Mensch! Das intelligenteste Lebewesen auf Erden!

Puh! Habe ich letzt Nacht schlecht geschlafen. Ich hatte einen Alptraum der Extraklasse! Mir wurde das Ende der Menschheit – der Intelligentesten Lebensform auf Erden – vor Augen geführt.

Ich ging endlich mal wieder völlig entspannt zu Bett. Im Fernsehen hatte man mir gerade vor Augen geführt, wie gut es mir eigentlich geht. Bisher hatte ich das nicht so gesehen. Dieses gute, mir frisch implantierte Gefühl lies mich schließlich sanft einschlummern.

Doch dann passierte es: Leise raschelte meine Bettdecke und ich hörte leises Murmeln. Dann – im nächsten Moment – eins, zwei, drei, hörte ich es viermal ploppen und meine Beine wurden fest auf die Matratze gepresst. Ich konnte sie nicht mehr bewegen und riss voller Entsetzen die Augen auf.

Ich starrte direkt in vier Augenpaare, die mich aggressiv und angrifflustig anstarrten. Im nächsten Moment rollten sich vier Katzen laut lachend (Tschuldigung, belustigt miauend) auf der Bettdecke herum. Ich war viel zu geschockt um zu reagieren, … auch nur ein Wort zu sagen.

Vor mir saßen von links nach rechts: „Quietsche“ (meine erste Katze, die ihren Namen, durch ihr übertriebenes Mitleid erheischendes Getue, erhalten hatte). Daneben starrte mir „Pizza“ – ihr dürft mal raten, wie sie zu ihrem Namen kam – tief in die Augen. „Bonny“ und „Clyde“ – friedlich waren auch die nie gewesen – komplettierten den perfekten Halbkreis.

Die vier gingen sofort zum verbalen Angriff über.

„Seht, da liegt der Intelligenzbolzen und rekelt sich selbstzufrieden auf seiner faulen Haut“, begann „Pizza“, mit dem Kopf dabei abwertend hin und her wackelnd.

Hältst Du Dich immer noch für überdurchschnittlich intelligent, wie man es dir in einigen Beurteilungen auf ein Blatt Papier geschrieben hat?“, fauchte mich „Quietsche“ mir Angst einflößend an.

„Meint ihr der Kerl und seine ganze Gattung würden jemals daran zweifeln. Sie versichern sich doch am laufenden Band gegenseitig ihre Intelligenz. Es fällt ihnen gar nicht auf, dass ihnen das von keiner anderen Lebensform bisher bestätigt wurde.
„Eigenlob stinkt eben!“
Die meinen das ihnen die ganze Welt gehört und das sie auf dieser tun und lassen können, was auch immer sie wollen“, fiel „Clyde“ mit einem Schulterzucken und zu Seite geneigtem Kopf, als nächster in den munteren Reigen ein.

„Wisst Ihr: Er war tatsächlich der Auffassung, das ich ohne ihn nicht überleben könnte. Jeden Tag füllte er mir einen Teller mit eklig anzusehenden Fleischstücken mit überzuckerter, stickender Soße und war ganz stolz, wenn ich mich ausgehungert darüber her machte. Was blieb mir denn anderes übrig! Ihr hättet ihn mal hüpfen sehen müssen, wenn ich nach einem kleinem Ausflug – davon hat er mir viel zu wenige erlaubt – stolz mit ’ner Maus nach Hause kam und sie ihm, noch lebendig und frisch, aufs Bett gelegt habe! Von wegen! Abhängig von ihm war ich nur, weil er mir meine Bewegungsfreiheit beschnitten hat“, mischte sich nun auch „Bonny“ ein.

Die VIER konnten sich gar nicht mehr einkriegen!

Immer dann, wenn ich etwas zu meiner Verteidigung einwenden wollte, legte mir „Clyde“ mit strengem Blick seine Pfote, mit ausgefahrenen Krallen, auf den Hals.

„Bonny“: „Überhaupt! Wie stolz der auf seine  – sich stetig verteuernde – Hütte ist. Im Winter hat der die Heizung bis zum Anschlag aufgerissen. Ungeachtet was da bei der Verbrennung des Heizmittels in die Luft geblasen wird. Ich hätte mir beinahe das Fell auf der Fensterbank – beim meditieren und beobachten anderer Exemplare dieser Rasse –  verbrannt.

„Pizza“: „Könnt ihr euch noch an diese lauten rollenden Käfige erinnern, mit dem diese Kreaturen durch die Gegend blasen. Immer wenn ich mal Ausgang hatte, musste ich vor Diesen über harte, im Sommer leicht klebrige Bahnen rennen. Ich kam dabei immer so richtig außer Atem. Überall waren solche Bahnen. Immer mehr schöne grüne Natur haben sie für Diese platt gemacht.

„Bonny“: „Diese Typen haben doch längst ihr Verhältnis zur Natur und ihre Abhängigkeit von einer intakten Umwelt verloren. Diese rollenden Käfige, in die sie reinkrabbeln. Was für’n Quatsch ist das denn? Damit kannste nicht mal einen Baum hoch krabbeln. Und erst der Gestank! Diese Idioten scheinen das gar nicht mehr zu riechen.“

„Clyde“: „Ich hab mal – als der „Intelligenzbolzen“ wieder stundenlang vor der Klotze gehockt hat – einen Typen davon reden hören, dass die Dinger auch giftiges Zeug raus blasen. Dieses steigt dann nach oben in den Himmel und macht da irgendwas, was alle Kreaturen der Erde bedroht!“

„Pizza“: “ Das hab ich auch mitbekommen. Aber das juckt Die ja nicht die Bohne. Die unterscheiden alle anderen Lebewesen sowie nur danach, ob man*frau sie essen kann oder nicht. …
OK! Sie knallen auch mit so komischen Stöcken Elefanten ab. Aus den Dingern, die bei denen seitlich aus dem Kopf ragen, machen sie dann Schmuck oder so’n Scheiß. Soll angeblich dicke „Kohle“ bringen.“

„Quietsche“: Ich hab mich mal in ein Gebäude, mit lauter kleinen Gattern drin, verirrt. Da haben kleine Schweinchen so eng nebeneinander gestanden, dass sie eigentlich keine Beine mehr gebraucht hätten. Ein Typ hat denen immer das gleiche Futter reingeschmissen. Mit dem wollte er die Viecher schneller fett kriegen. Danach sollten sie in Einzelteilen in die Pfanne.
Ich hab mir nur gedacht: Diese armen Viecher haben nicht mal ein Leben, bevor sie sterben.“

„Pizza“: „Das machen die doch mit allem, was sie irgendwie für essbar halten. Ich hab mal gesehen, wie sie mit Maschinen Milch aus Kühen zapfen und Hühnern – die geradeso in ihre Käfige passen – die Eier klauen.“

„Clyde“: „Das haben die bei sich selbst abgeschaut.“

„Quietsche“: „Wie meinst Du denn das?“

„Clyde“: „Haste denn noch nie gesehen, wie Die in diesen übergroßen Höhlen arbeiten? … Sie nennen es jedenfalls Arbeit. Jeder und jede steht da drin auf einem bestimmten Platz. Alle in einer Reihe hintereinander. Auf dem harren sie dann mehrere Stunden fast ununterbrochen aus. Dabei führen sie immer die gleichen Handgriffe aus.

„Bonny“: Stimmt! Und aus diesen großen Höhlen, kommen dann auch diese rollenden Käfige und anderer Schrott. Hab ich selbst in diesem Kasten gesehen, den sie Fernseher nennen. Der wird auch so gemacht.

„Quietsche“: „Hör doch auf! Die brauchen nicht nur jede Menge Schrott um glücklich und erfüllt zu sein. Ne! Die machen auch noch so was, was sie Urlaub nennen. Viele krabbeln dann in solche Dinger, die aussehen wie große Vögel. Die machen vielleicht einen Lärm! In der Nähe – wo diese Riesenvögel losflattern und landen – kommste eigentlich nie richtig zur Ruhe. Und auch die versauen die Luft.

„Pizza“: „Um noch mal auf die knallenden Stöcke zurückzukommen. Die knallen sich damit auch gegenseitig ab. Und da gibt es noch ganz andere Dinger. Die knallen noch lauter und können gleich mehrere Leben auslöschen. Diese Dinger kann man mit so einem großen Vogel einfach auf andere Menschen schmeißen. Auch machen sie so große Pfeile. Die fliegen dann ganz von allein auf einen anderen Erdflecken. Danach wächst da kein Gras mehr. Über Jahre kannste da nich mehr hingehen, ohne das du ein kleines Kätzchen mit drei Augen, oder fünf Beinen oder anderen komischen … Echt, die spinnen doch.“

„Quietsche“: „Auch mit dem Verkauf von diesen Dingern scheffeln sie haufenweise Kohle. Überhaupt! Bei dieser Rasse dreht sich alles um die Kohle. Die machen aus Kohle sogar was, was sie Strom nennen. Den brauchen sie, um Dinger die sie Kühlschrank, oder Cd-Player nennen, benutzen zu können. Ohne „Strom“ geht bei denen fast gar nichts. Deswegen scheint es ihnen auch anscheinend völlig egal zu sein, das sie alles Leben dieser Welt dabei aufs Spiel setzen. Um Strom zu kriegen nutzten sie auch noch andere, noch gefährlichere Dinge. Die Menschheit spielt buchstäblich mit dem Feuer.“

„Clyde“: „Diese Kohle ist unter dieser Rasse sehr ungleich verteilt. Ein kleiner Teil – vielleicht ein paar Prozent von ihnen – besitzt fast alles, während der Rest sich um die Brosamen prügelt. Nicht nur das diesen Reichen diese großen Höhlen, die großen Vögel und alles, was auf dieser Welt für Kohle gekauft werden kann, gehören. Die erpressen mit ihrem Besitz auch noch den Rest ihrer Rasse. Sie bestimmen so zum Beispiel maßgeblich das, was die Menschen Politik nennen.“

„Quietsche“: Oft balgen sich die Menschen in Gegenden, wo in der Erde rumgewuselt wird, um irgendeinen Dreck aus ihr zu holen. Auch Dinge, von denen behauptet wird, dass deren Verwendung die Welt unbewohnbar machen könnte. Die Menschen haben sich ein komisches System geschaffen. Da murksen Menschen, Menschen ab, die sie nicht mal kennen. Von denen sie nur mal gehört haben. Und diese Informationen haben sie aus etwas, was sie Zeitung nennen oder eben diesen Fernsehern. Und! … Und das ist echt irre! Diese Zeitungen und Fernsehsender – oder wie die heißen – gehören auch diesen Typen denen fast alles, auf was Menschen geil sind, gehört.“ Ich persönlich finde es schon komisch wenn „Clyde“ sich mit anderen Katern rumprügelt, um sein Gebiet abzustecken.

„Clyde“: He! Ich würde niemals eine Prügelei mit einem anderen Kater anfangen, wenn es nicht darum ginge zu überleben. Wenn ich um ein kleines Gebiet kämpfe, dann nur, um das Überleben meiner Großfamilie zu sichern. Das ist schließlich meine Aufgabe“

„Bonny“: OK, OK!
Dafür muss ich den Nachwuchs zur Welt bringen. Da könnt ihr Macker euch ruhig mal in die Fresse hauen. Hab ja nicht für alles Zeit. Immerhin kommt bei so einer Keilerei kein Kater uns Leben. Da gibt’s höchsten Mal was auf die Birne. Dabei gibts auch mal eine kleine Schramme. Mit einem bisschen Drüberlecken wird’s schon bald wieder besser.“


Mit weit aufgerissenen Augen hatte ich den Ergüssen meiner Ex-Katzen und meines Ex-Katers zugehört. Mir fiel nichts ein, was ich zu meiner Verteidigung hätte sagen können.

Irgendwie hatten diese Biester ja recht.

Wir stecken in einem System fest, das den wirklichen Menschheitsinteressen entgegensteht. Wir nehmen es als notwendig hin, wenn wir mit unserem Tun den Fortbestand der Menschheit und allen Lebens auf diesem Erdball in Frage stellen. Oft spielt dabei auch die Angst, einen – heute oft nicht einmal mehr die Existenz sichernden – Arbeitsplatz zu behalten, eine große Rolle. Wir reagieren neidisch und voller Hass auf jede und jeden, der uns diesen streitigen machen könnte. Wir lassen uns manipulieren und mobilisieren für die Interessen der Reichen und der Profiteure an unserem gemeinsamen Elend. Dabei marschieren wir sehenden Auges in den Untergang. Am Ende können wir diesmal nicht behaupten, dass wir es nicht gewusst hätten.

Ich hatte mich ganz in diese Gedanken verloren, als mich eine Kralle auf die Nase traf und mich endlich wieder in die Realität zurück holte. Völlig in Schweiß gebadet, wurde ich aus diesem Horrortraum gerissen.

Die letzten – von allen Vieren im Chor – vorgetragenen Ausführungen hallten noch in mir nach.

Schau mal in den Duden. Da steht u. a.: „Intelligenz ist die Fähigkeit, in Klammern [des Menschen], abstrakt und vernünftig zu denken und daraus zweckvolles Handeln abzuleiten.“

„Versenkt endlich Euer „Scheiß System“, haltet zusammen und beginnt endlich ein wirklich befriedigendes Leben mit Sinn. Rettet diese eine Erde vor Euch und damit Euer eigenes Überleben. Denn wenn nicht und das ist zumindest ein Trost, wird nicht die Welt untergehen, sondern sie wird Euch endlich los. Vielleicht überholen wir Euch dann in der nächsten Evolutionskette!“


 Ergänzung: Ich bin mir nicht sicher, ob ich die gesamte Unterhaltung hier wiedergegeben habe. Sicher gibt es noch mehr Probleme die von uns Menschen verursacht werden. Aber der Vortrag von „Quietsche“, „Pizza“, „Bonny“ und „Clyde“ hat mir doch sehr zu denken gegeben. …

Copyright © by Manfred Alter

Von Mücken, Menschen und indirekt auch von Elefanten!

Die ach so in sich verliebte, von sich so überzeugte Menschheit:

Sie lacht über sirrende, summende, brummende Mücken, Fliegen, Falter und andere dicke Brummer, die sich zum Harakiri bereit, töricht ins tötende Licht, ins Feuer stürzen und verglüh ’n.

Der, ach so intelligente Mensch kann sich nicht auf so triviale Art und Weise, so gänzlich unbemerkt, unspektakulär, vom Diesseits ins Jenseits verabschieden. Er erledigt dies auf weitaus perfektere, effektivere, high Tech, atomare, die Umwelt verschmutzende Methode und kündigt dies ziemlich aufreißerisch schon Dekaden von Jahren vorher, in allen frei zugänglichen Medien an.

Dabei nimmt er gleich alles Leben auf diesem Globus mit.

Wie intelligent das gemacht, wie perfekt das doch vorbereitet ist. Wie toll wir doch sind. Wir, die wir uns die Erde einst Untertan machten und uns fortan als „höchstes Lebewesen“ der Schöpfung bezeichneten. Ein wahrer Festakt wird unsere Selbstbeerdigung sein.

Unterscheiden wir uns denn wirklich so, von allem was auf dieser einen Erde so kreucht und fleucht? Unterscheiden wir uns denn im Ernst gerade von den ein und eineinhalb Gehirnwindern? Den sirrenden, summenden, brummenden Mücken, Fliegen, Faltern und den anderen dicken Brummern?

Diese stürzen sich ins Licht, ins Feuer und wissen nicht, dass sich dahinter der lauernde Tod verbirgt. Wir jedoch sind zu allem fähig, produzieren und bereiten unseren eigenen Untergang tagtäglich vor, um uns alsbald sehend, ja wissend, perfekt inszeniert, in ihn zu stürzen.

Welche Glanzleistung des Genie, der alles andere überragenden Gattung Mensch. „Aus dem Weg! Jetzt kommen wir! Wir machen jetzt alles platt. Wir sind süchtig nach Feuerzauber und Weltuntergang!“

Bequem auch, da wir nach unserem Untergang niemandem mehr eingestehen müssen, dass wir es gewusst haben. Sollten dennoch tatsächlich einige wenige von uns mutieren, überleben, dann treten halt die alten Lebenslügen wieder auf den Plan:

„Das konnten wir damals unmöglich vorhersehen. Was hätten wir auch dagegen tun sollen? Wir? Bestimmt machen wir den gleichen Fehler nicht noch einmal. Ganz, ganz bestimmt…!“.

Und da wir dann endlich, samt unserem lieben Gott, unseren zig Religionen, als Ersatzdrogen für ein versautes Leben, ohne tatsächliche Erfüllung und Sinn, ausgestorben sind, gibt’s auch im Paradies niemanden mehr, der sich’s dort nach seinem nicht gerade umweltverträglichen Ableben gemütlich machen könnte.

In diesem Sinne: 
„Frohe Weihnachten und ein glückliches Jahr 2017“

Copyright © by Manfred Alter

 

Hessenschau vom 07. Mai 2015

Unter dem Titel – “Kassel: Taxifahrer sauer über Fußgängerzone”

… berichtete der HR in der Hessenschau über den Mißstand, das weder Taxen noch Mietwagen alte, gehbehinderte und gesundheiltlich angeschlagene Patienten, zu den Praxen der Ärztinnen und Ärzten in der Kasseler Innenstadt (Fußgägngerzone) befördern dürfen.

Auch wurde von der Zusammenkunft von Ärzten, Patienten und der IG der Kutscherinnen und Kutscher (IGK) – auf deren Initaitive hin diese zustande kam – mit dem Verantwortlichen der Stadt Kassel – Stadtbaurat Nolda berichtet.


Der Beitrag ist auf der Facebook-Seite der IG zu finden: https://www.facebook.com/igkutsche/


HNA vom 08.05.15 – Arztfahrten in Kassel: Nolda sagt bessere Regeln für Taxis zu

(Überschrift in der HNA-Zeitung)
LÖSUNG FÜR ARZTFAHRTEN NAHT
Fußgängerzone: Verkehrsdezernent sagt bessere Regeln für Taxis und Mietwagen zu


Quelle: HNA vom 08.05.15 -> Hier geht es zum Original

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Hilfsbereite Fahrer bekommen Knöllchen Taxi-Schild

 Titelbild © dpa/Archiv

Kassel. Im Konflikt um Patientenfahrten von Taxis und Minicars zu Arztpraxen in der Fußgängerzone hat Verkehrsdezernent Christof Nolda eine Lösung in Aussicht gestellt.

Noch vor den Sommerferien werde die Stadt einen runden Tisch mit Vertretern der Fahrgastbranche und betroffenen Ärzten einberufen, kündigte Nolda am Donnerstag im Rathaus an. Dort nahm er Listen mit Unterschriften von 850 Patienten und Praxisbeschäftigten entgegen, die über Probleme durch geltende Regelungen klagen.

Worin diese bestehen, schilderte Vorsitzender Manfred Alter von der „Interessengemeinschaft der Kutscherinnen und Kutscher“ (IGK), die die Unterschriften gesammelt hat: Viele Patienten seien gehbehindert oder so schlecht zu Fuß, dass sie bis in die Wartezimmer begleitet oder dort abgeholt werden müssten. Etwa 50 Arztpraxen, darunter viele Fachärzte, gebe es im Fußgängerzonenbereich. Dieser aber ist für die Chauffeure ebenso wie für andere Fahrer tabu. Dennoch zeigen sich viele Taxi- und Minicarfahrer laut Alter hilfsbereit und fahren bis vor die Praxistür. Dann allerdings gebe es prompt Strafzettel vom Ordnungsamt, die von den Fuhrunternehmen an den betreffenden Fahrer weitergereicht würden. Für seine Hilfsbereitschaft trage „jeder Fahrer das individuelle Risiko“, ergänzte Jack Böttcher von der Kutscher-IG.: „Wir sehen den Bedarf, dass das geändert wird.“

Allgemeinmediziner Dr. Martin Erdmann führte aus, dass auch die rund 50 betroffenen Arztpraxen im Fußgängerzonenbereich immer wieder Probleme mit der geltenden Regelung hätten, wenn bestimmte Patienten einen Transport benötigen. Weder die Fahrer noch die Praxisbeschäftigten könnten diese Menschen zu Fuß durch die halbe Innenstadt eskortieren. Erdmann: „Im Moment haben wir eine Situation, wo niemand zuständig ist.“

Verkehrsdezernent Nolda machte darauf aufmerksam, dass das Anliegen aufgrund bundeseinheitlicher Verkehrsvorschriften für Fußgängerzonen nicht einfach zu erfüllen sei. Hier sei der Gestaltungsspielraum der Stadt durch übergeordnete Gesetze eingeschränkt. Für den Lieferverkehr und für Handwerker, die dort tätig sind, habe die Stadt aber bereits „klare Regelungen“ geschaffen, sagte Nolda und äußerte sich zuversichtlich, dass dies auch für die Arzttouren des Fahrgastgewerbes zu erreichen sein werde: „Wir haben das Problem erkannt, und wir werden eine Lösung finden.“ Das Rathaus arbeite bereits seit einiger Zeit daran, die Regelungen für verschiedene Anliegergruppen in der Fußgängerzone auf den Prüfstand zu stellen mit dem Ziel, diese zu vereinheitlichen.

Neben der Kutscher-IG hatte auch die „Interessengemeinschaft Kasseler Taxifahrer“ eine eigene Unterschriftenaktion zum Thema gestartet und laut Sprecherin Erika Bittner etwa 400 weitere Unterstützer gewonnen.

Mehr zum Thema:
Forderung: Taxifahrten zu Ärzten in Fußgängerzone erlauben

Interessengemeinschaft der Kutscherinnen und Kutscher! JETZT!

Briefkopf-Header
Zur Webseite der IG geht es hier:
Interessensgemeinschaft-IG der Kutscherinnen und Kutscher

Wir denken die Zeit ist Reif für eine tatsächliche Organisation von Kutscherinnen und Kutschern, statt sich weiter gegeneinander ausspielen zu lassen! Wir sind Kutscherinnen und Kutscher – egal in welcher und wessen Kutsche wir sitzen und unter welch miesen Bedingungen wir unseren Lebensunterhalt verdienen müssen.

Es sind die Unternehmer die sich gegenseitig bei den Preisen im Ringen um den Zuschlag bei Dauerfahrten unterbieten. Wir wissen um den Druck der dabei von Ämtern und Krankenkassen ausgeübt wird. Aber das Problem geht nicht von uns aus. Was wir brauchen ist eine geschlossene Front von uns Kutscherinnen und Kutschern.

Wir glauben nicht an ein “zu viel” an Konzessionen – mit unserer Arbeit sind wir ein wichtiger Bestandteil des öffentlichen Nahverkehrs- und Gesundheitssystems. Es sind immer die Unternehmer die sich gegenseitig bekämpfen. Dort wo es keine Mietwagen – wie beispielsweise in Frankfurt gibt – bekämpfen sich eben die einzelnen Taxiunternehmen.

Diejenigen die fahren lassen, nutzen dieses System der Konkurrenz aus und geben diesen Druck an uns weiter: Alle Kutscherinnen und Kutscher und all die, die sich als Scheinselbständige selbst ausbeuten sind bei uns herzlich willkommen.

Interessengemeinschaft Kutscherinnen und Kutscher! Warum jetzt?

Im Taxigewerbe tut sich was. Im Zuge der Mindestlohndebatte ändern sich lediglich die Methoden mit denen wir über den Tisch gezogen werden. An unseren Arbeits- und Lebensbedingungen wird sich am Ende nichts zum positiven verändern. Es sei denn, es gelingt uns diese Situation zu nutzen und uns zu organisieren.

Wir als Wobblies ergreifen hiermit die Initiative und rufen euch auf Mitglied in der Interessengemeinschaft zu werden und Wege zu finden unsere Interessen als Fahrerinnen und Fahrer effektiv durchzusetzen.

Kontakt:
IG-Kutscherinnen und Kutscher
c/o Rothe Ecke
Naumburger Str. 20a
34127 Kassel
Email: IG-Kutsche [at] gmx [dot] de oder hier klicken